Samstag, 24. Juli 2010

The Roots - How I Got Over

And they did it again... Eben haben die Mannen um Mastermind ?uestlove und Poet Black Thought eben ihr nunmehr neuntes Studioalbum veröffentlicht. "How I Got Over" haben sie es genannt. Wer die Nadel in die Rille legt, wird schnell begreifen, wie sie es wohl gemeint haben könnten. Der Mood der Roots-Tracks 143 bis und mit 156 ist in keinster Weise mit deren Vorgängern zu vergleichen. Erdiger und lauter waren "Rising Down" und "Game Theory". "How I Got Over" ist smooth. So smooth wie selten was anderes seit Dillas Ableben. So smooth wie es heute in Sachen Beats nur noch die Japaner und Kev Brown sind. Smooth wie Hip Hop Mitte der 90er. Rücksichtslos smooth, auch auf die Gefahr hin, dass die Jugend 2.0 gar nicht weiss, was smooth überhaupt bedeutet. The Roots sind dahingehend kompromisslos wie eh und je. So beginnt die LP nicht mit einem Kracher, sondern mit einem ruhigen Intro. Dann folgt der Track "Walk Alone", wo ?uesto sich erdreistet, die Snare nicht auf die Zwei und die Vier zu setzen und Black Thought und Dice Raw aktuelle gesellschaftliche Standards hinterfragen. Und genau in diesem Stile geht's dann weiter. Nicht die üblichen Synth-Sounds, sondern Piano und Rhodes. Keine Claps, sondern Snare. Keine hektischen und zu laute Hats. Kein Autotune. Weder Ich-Bin-Cooler-Als-Du-Raps noch Ich-Bin-Böser-Bube-Images. Auf "Hustla" gibt's nur die Persiflage davon. All die andern Tracks haben Gehalt, wie es sich heute nicht mehr gehört in der Szene. Die Raps sind deep, auch wenn deepe Raps heute wohl uncool sind und gar nicht verstanden werden (wollen). So ist "How I Got Over" sowas wie der Gegenpart, das Ego zwischen all den Alteregos in Tagen wie diesen. Der ruhige Moment in rastlosen Zeiten.

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