Donnerstag, 8. Juli 2010

Semantik - Molotow

Semantik hat Soul. Definitiv. Sema hat Leidenschaft, ist Feuer und Flamme für Rap und die Message dahinter. Sema leidet und kämpft. Kompromisse machen andere. Ein Blatt vor den Mund nimmt Sema nicht. Lieber tritt er der Gesellschaft verbal in die Eier, hält der Masse den Spiegel vor und scheut sich nicht, auch selbst hinein zu schauen. Semas Rap ist State Of The Art und Klassenkampf, hat Pathos und Style. All dies macht den MC aus Zürich zu einer Ausnahmeerscheinung in der hiesigen Szene. Semas neuer Longplayer heisst „Molotow“. Ob das Album nun mehr Wjatscheslaw Michailowitsch als Cocktail oder umgekehrt ist, sei jedem selbst überlassen. Fakt ist, dass „Molotow“ zwölf Tracks starkes Kopfkino ist. Die Mehrheit der Szenarien sind düster und dreckig. „Molotow“ mit Hoffnungslosigkeit gleich zu setzten, wäre hingegen falsch, lebt das Album doch eher von Wut und Kampfgeist. Und wer Wut empfinden kann und Kampfgeist beweist, der hat auch Hoffnung. Das eine setzt das andere voraus. So hat denn das Album mit den Tracks „Engel Vo Züri“ und „Ich Will“ auch ihre helle Seite. Hoffnung eben. Den grossartigen, sehr abwechslungsreichen Soundtrack zu Semas Kopfkino geht auf die Konti der Herren TZA, Sad, Ryo und Ripa. Beat und Rap passen auf jedem der Songs wie die Faust aufs Auge. So tragen die Beatbastler ihres dazu bei, dass es Sema einmal mehr wie kein zweiter versteht, seine Wahrnehmung und Gefühlswelt in authentischen Rap zu verpacken, was „Molotow“ zu einem Highlight einheimischer Releases macht.

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