Freitag, 28. September 2012

Brother Ali - Mourning In America And Dreaming In Colour

Er war der Nette. Der, der anders war. Ein Albino aus Wisconsin, der so gar nicht dem zu entsprechen schien, was Hip Hop und Rap gegen aussen getragen hatte. Nicht böse, nicht wütend, nicht frech, nicht überheblich. Keine Battles, keine Eskapaden. Seine Texte drehten sich um das einfache Leben. Klar, auch er sprach in seinen Texten Schattenseiten des Lebens an. Und mit seinem zweiten Album "Shadows Under The Sun" (2003) hat er sowas wie einen Underground-Classic hingelegt. Mit seinem neuen Album "Mourning In America And Dreaming In Colour" haben sich nun die Winde gedreht. Yep, Brother Ali kann kann auch anders. Albumcover und -titel sagen eigentlich schon alles. Auf dem neuen Album öffnet Ali den Zoom und legt dar, was ihm nicht passt in Tagen wie diesen. Vorallem der Titeltrack und "Gather Round" sind unmissverständliche Statements zur Lage der Nation und zum globalen Treiben dieser Tage, ohne dabei wegen übermässigem Gebrauch von F-Wörtern und ähnlichem ständig ausgepeept zu werden. Die Beats auf dem Album gehen allesamt aufs Konto von Jake One, der seine Sache zwar gut macht, dann und wann aber doch ein wenig ins Belanglose abdriftet. Nichts desto trotz weiss "Mourning In America And Dreaming In Colour" zu gefallen und ist ein willkommener Antipode zu all dem immergleichen Geschwätz und überholten Attitüden von Aushängeschildern der Szene.

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