Donnerstag, 16. Dezember 2010

LMNO - LMNO Is Dead

Ja, LMNO ist wahrhaftig die Antithese zu Dr. Dre, hat der MC aus Long Beach/LA 2010 doch sage und schreibe zehn Alben an den Start gebracht. Dafür bräuchte Dre geschätzte hundert Jahre. Nun, die Fragen, die sich mir angesichts dieser Faktenlage stellen, sind folgende: 1) Welche Opfer mussten an die Qualität gemacht werden und 2) wie zum Teufel konnte neun Alben von LMNO einfach so an mir vorbeiziehen, ohne dass ich davon etwas mitbekommen habe. Frage 2) ist relativ einfach zu beantworten, bin ich doch einer jener, die sich Alben nicht bei iTunes oder ähnlichen Plattformen besorgen, sondern beim Plattendealer. Keines der zehn Alben von LMNO ist bei meinen Dealern erhältich, was stark darauf hindeutet, dass keines der Alben auf Vinyl releast worden ist. Frage 1) versuche ich anhand des aktuellen Longplayers "LMNO Is Dead" zu beantworten. Der Mann für die Beats auf "LMNO Is dead" ist KeyKool. Er ist Mitbesitzer von Upabove Records und wie LMNO Mitglied der legendären Visionaries. Für "LMNO Is Dead" hat er elf veritable Kopfnicker an den Start gebracht, mal mit barockem Sample, mal mit a whole lotta Soul, mal mit verzerrtem Hardrock-Gitarrenriff und zum Schluss mit einer allseits bekannten Melodie. LMNO seinerseits ist und bleibt LMNO. Stimme und Style sind unverkennbar. Battleraps gibt's keine. Wie immer schildert der MC aus LA seine Ansichten zu verschiedensten Themenbereichen. Gewiss, LMNO bietet nichts als altbewährte Kost. Und an meinen LMNO-Classic "Leave My Name Out" kommt das aktuelle Album bei weitem nicht heran. Trotz allem vermag LMNO sein Level konstant zu halten, nicht nur gemessen am Output. Dass aber jemand hingeht und sich alle zehn 2010er Releases des Visionaires-MCs holt, ist wohl auszuschliessen, was im Zeitalter von iTunes & Co. aber eh nur halb so schlimm ist.

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