Dienstag, 15. Mai 2012

Project Mooncircle - 10th Anniversary Compilation

Schon zehn Jahre ist es hin, seit Gordon Gieseking Project Mooncircle gegründet hat. Anfangs lag der Fokus auf der Veröffentlichung von Compilations, die Beatheads auf sich vereinten, deren Grooves Genregrenzen verwischten oder ganz einfach ignorierten. Schubladendenken hatte auf PMC nie Platz. Auf die Compilations folgte der Schulterschluss mit hhv.de und die Öffnung des Sichtfeldes, will heissen, ab 2004 tauchten auch Alben einzelner Acts im PMC-Katalog auf. Heute ist Mooncircle Mama zweier Sublabels (Squared und Finest Ego). Zum zehnten Geburtstag von Project Mooncircle veröffentlichten Gordon Gieseking und seine Freunde, Mitstreiter, Helfer und Helfershelfer die "10th Anniversary Compilation". Das Ding featuert 46 Tracks von 46 Acts. Der Bärenanteil der Stücke auf der Werkschau ist instrumental. Wer das Album einem Genre zuordnen möchte, wird aus vorweg genannten Gründen unweigerlich scheitern. Der gemeinsame Nenner ist der Spirit. Auf dem Pressesheet werden dem Album die Stempel Future Bass, Dubstep, Electronic, Dub, Techno, Hip Hop, Wonky, Glitch und Soul aufgedrückt, wobei Wonky die Scheibe dann doch am treffendsten charakterisiert. Dies nicht zuletzt deshalb, weil der Begriff Wonky all das in sich vereint, was man eben in keine Schublade stecken kann. Wonky ist sowas wie der Soundtrack für den Sonnenaufgang am Morgen danach, für brummende Schädel und leere Köpfe. Sowas wie die Meditationsmusik fürs 21. Jahrhundert. Dann und wann gibt's auch mal was für Tanzbeine. Der Grossteil der wonky Beats sind aber Futter für Geist und Seele. Manchmal sind mir die Sounds in ihrer ganzen Leichtigkeit dann doch ein bisschen zu sperrig, wohl auch deshalb, weil Köpfe an einem normalen Dienstagmorgen einfach zu voll sind für musikalische Abenteuerreisen ins Nichts. Ein Kaltstart funktioniert nicht. Zumindest bei mir nicht. Mit ungefährt der Hälfte der Tracks hab ich bis heute meine liebe Mühe. In die andere Hälfte hab ich mich bereits verliebt. Dass Liebe vergehen kann, ist kein Geheimnis. Es ist aber ebenso wenig ein Geheimnis, dass Liebe auch wachsen kann. Genau dieses Spannungsfeld, das Liebe ausmacht, ist die grosse Stärke des Albums.

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