Dienstag, 2. November 2010

The Left - Gas Mask

Dass Eminem zwar Detroit, Detroit aber nicht Eminem ist, sollte hinlänglich bekannt sein. Noch vor Em war Dilla der Mann aus Motor City. Heute ist Detroit neben NYC wohl der Inbegriff für Underground Rap, sorgen doch neben gestandenen Acts wie Slum Village, Guilty Simpson, Black Milk und Royce Da 5'9" immer wieder weniger bekannte Acts und neue Talente für Aufsehen... House Shoes, Invincible, Waajeed, Zo!, Finale, Marv Won, Boog Brown und Apollo Brown. Letzterer gehört zu den Sehrfleissigen, hat er doch Mitte Mai "The Reset" und eben erst Boog Browns Debüt "Brown Study" produziert. Und schon legt Mr. Brown als der Mann für die Beats beim Dreigestirn The Left noch einen oben drauf. Der MC, der bei The Left Browns Beats mit Raps bepackt, ist Journalist 103 und der Mann für die Cuts goes by the name of DJ SoKo. Zusammen haben die drei Heads aus Detroit City den 17 Tracks starken Longplayer "Gas Mask" veröffentlicht, dies obschon erste Leaks der LP schon vor etwa einem Jahr im Netz die Runde gemacht haben. Die echten Rap Addicts da draussen werden es The Left danken, dass das Album nun doch offiziell veröffentlicht wird, ist "Gas Mask" doch einer der starken Momente des sich langsam zu Ende neigenden Jahres. Dies zum einen dank Apollo Browns Beats. Konnte man seine Produktionen für "Brown Study" noch als eine Art Resteverwertung abtun, hat er für "Gas Mask" wieder zu seiner alten Form zurück gefunden und 17 grossartige Beats ausgegraben. Gewiss, Apollo Browns Rezepte sind keine neuen. Ein 70er-Jahre-Soul-Sample wird zerstückelt und neu aufgesetzt und mit erdigem Drum-Loop versehen und fertig ist das Ding. Was ist nun das Besondere an Browns Beats? Die Antwort ist simpel: Mr. Brown hat das Händchen für das Sample und weiss, wie man dieses zu choppen hat. Aber nicht nur Apollo Brown ist für die Qualiät von "Gas Mask" besorgt, geben sich sowohl Journalist 103 als auch DJ SoKo perfekt in die Songs ein. Für J 103 gilt ähnliches wie für Brown, wartet der MC doch weder mit besonders spektakulären Flows noch mit neuen Inhalten auf. So handeln die Raps auf "Gas Mask" in den meisten Fällen von der in sich zerfallenden Szene (z.B. "Gas Mask" und "The Funeral"), der Heimatstadt ("Real Detroit", "Reporting Live") und politischem Fehlverhalten und gesellschaftlichen Missständen (z.B. "Frozen", "Statistics", "Fooled For Thought"). Die Stärke der Raps liegt schlicht und ergreifend in der Fähigkeit des MCs (inkl. aller Gäste am Mic), die Stimmung des Beats aufzugreifen und in seine Lyrics einfliessen zu lassen. Oder anders gesagt: die Raps haben Soul! All dies macht "Gas Mask" zu einem Highlight in Tagen wie diesen, in denen sich alle in regelmässigen Abständen neu erfinden wollen oder müssen und schlussendlich doch nichts anderes als eine weitere Kopie einer Kopie bleiben.

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